Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pilz eingefangen
muddyliz
30.07.2011, 22:06
In den letzten beiden Wochen stelle ich fest, dass immer wieder Kakteen von einem Pilz befallen werden. Es trifft fast ausschließlich Tricho-Hybriden, und unter denen v.a. die mit der helleren Körperfarbe.
Es beginnt immer ca. 1 cm vom Scheitel entfernt. Erst werden dort einige Rippen glasig-hellbaun. Wenn ich in diesem Stadium die Spitze wegschneide, dann ist der Zentralzylinder noch in Ordnung.
Schneide ich nicht, dann zeigen sich zwischen den Rippen dunklere Stellen, die sich ausdehnen. Wenn ich in diesem Stadium schneide, dann ist der Zentralzylinder meist schon durchgehend braun.
Danach werden die braunen Stellen schnell größer und schließlich schwarz, und der Kaktus fällt ein.
Ich habe vor ca. 1,5 Monaten mehrmals mit Regenwasser gegossen, das faulig roch (vermutlich von der Vogelkacke, die aufs Dach fällt). Kann das davon kommen?
Welcher Pilz könnte das sein, und was kann man degegen tun? Gibt es ein Mittel dagegen, das man gießen kann und das systemisch ist?
muddyliz
31.07.2011, 13:03
Hier mal Fotos vom Schadbild.
Der Pilz scheint sich zunächst unter der Epidermis der Rippen nach unten auszubreiten, bevor er auf den Zentralzylinder übergreift.
Kaktus25
31.07.2011, 13:11
Hallo Ernst,
ich kann das nur bestätigen, eine Lösung habe ich nicht. Vereinzelte Trichocereushybriden zeigen dieses Schadbild. Die anderen Kakteen drumrum sind davon nicht betroffen. Sieht fürchterlich aus. Dann treten mitunter wie Teertropfen aus diesen kranken Stellen. Bin ratlos:confused:.
Sabine
muddyliz
31.07.2011, 13:28
Hallo Ernst,
ich kann das nur bestätigen, eine Lösung habe ich nicht. Vereinzelte Trichocereushybriden zeigen dieses Schadbild. Die anderen Kakteen drumrum sind davon nicht betroffen. Sieht fürchterlich aus. Dann treten mitunter wie Teertropfen aus diesen kranken Stellen. Bin ratlos:confused:.
SabineHallo Sabine,
sowas teerähnliches tritt bei meinen Trichohybriden nicht aus, die werden einfach schwarz und fallen ein.
Laut Edith (und die hat's von Michi) soll es sich um einen Pilz handeln, der von umliegenden Bäumen auf die Trichos überspringt. Da könnte was dran sein, am Stärksten betroffen sind die Trichos, die in der Nähe von meinen Apfelbäumen stehen. Laut Edith soll Saprol helfen. Ich habe die Schnittflächen direkt nach dem Schnitt mit Saprol eingesprüht und trocknen lassen. Mal sehen ob's hilft.
Sowas wie Sabine konne ich bei meinen auch schon beobachten... immer nur einzelne Pflanzen mittendrin, die ohne sichtbare Verletzung diese schwarz sabbernden Flecken bekommen.
Aber die werden nich größer oder mehr, es geht bis zu einem bestimmten Punkt und dann trocknen die weg...
Hey Ernst,
ähnliches Phänomen hatte ich über den Winter bei einem uralten Ferocactus. Ich weiß bis heute nicht, worauf es zurückzuführen war. Bemerkenswert war, dass die Flecke scharf abgegrenzt auf nur einer Seite des Körpers auftraten, die andere Seite blieb komplett unbehelligt. Da es in der Winterruhe auftrat und ich nicht mit einem systemischen Fungizid gießen wollte, wusste ich mir nicht anders zu helfen, als ihn in die Badewanne zu stellen und immer wieder alle zwei, drei Tage mit Vitanal sauer in der Konzentration 1:10 kräftigst zu besprühen. Zwar war mein Badezimmer die folgenden 3 Wochen ohne Nasenklammer kaum zu betreten, aber die Flecken fingen an, zu vernarben und sind bis heute ausgeheilt. Nicht schön, aber der Kumpel wächst wieder und hat gerade mehrere respektable Knospen. Und sicher kann ein alter Fero so eine "pH-3-Dusche" wesentlich besser ab als Deine kleinen Zöglinge.
Verschiedene Überlegungen:
1. Es gibt rund 300.000 verschiedene Vetreter der Gruppe "Pilz". Die wenigsten davon sind pflanzenpathogen, sprich schädigen lebendes Pflanzengewebe.
2. Jeder Mikroorganismus hat ein pH-, Temperatur- und Nährstoffoptimum.
3. Pilze kommen sehr gut ohne Licht aus, der Wirt in den allermeisten Fällen nicht.
Ist eines der Parameter aus dem Ruder gelaufen oder hat sich subsummiert? Weniger Licht als sonst bei zunehmend häufigerem Regen? Es mag gut sein, dass es benachbarte Wirte gibt, von denen Dein Pilz stammt, nur stellt sich doch die Frage, warum nur einzelne Pflanzen befallen werden. Da liegt doch die Vermutung nahe, dass der Schadorganismus Bedingungen vorfindet, die er bei den meisten anderen nicht erfüllt bekommt.
Wenn Du Dir wirklich sicher bist, dass es sich um eine pilzliche und nicht um eine bakterielle Infektion handelt, kann ich wieder nur zu Rovral raten. Mir bekannt als das am breitbandigsten und längsten wirksame Fungizid, systemisch noch dazu. Ich hab es bis heute noch nicht gekauft, weil mir ein Kilo (und die Taler) bisher einfach zuviel war, denke aber immer öfter darüber nach... *Zaunpfahl*
Der Versuch mit Saprol ist prima. Ich sprühe dann und wann (z.B. ca. 3 Tage nach der Pfropfung) mit Chinosol 0,1%, zumal es auch zusätzlich begrenzt bakteriozid wirksam ist, mit gutem Erfolg. Ob Dein Schneiden nebst Sprühen erfolgreich ist, hängt vor allem davon ab, wie weit das Mycel in das Pflanzengewebe gekeimt ist, ist es im Leitbündel angekommen, ist es wahrscheinlich zu spät.
Ich drücke die Daumen und wünsche uns allen endlich besseres Wetter.
Liebe Grüße,
Tim
Kakteen-Willi
31.07.2011, 17:37
Hallo Ernst,
auf der Suche nach Pilzen bin ich in folgender Quelle fündig geworden.
Vielleicht sind das die Richtigen.
Willi
Hallo Zusammen,
auch bei mir sind schon 10 Pflanzen davon befallen. Das Schadbild fängt mit hellgrüner gelblicher Epidermis an und endet mit schwarzen Flecken innerhalb kürzester Zeit.
Apfelbäume haben wir nicht. Mir bleibt nur die schnelle Isolation und abwarten. Hoffe auf ein vorübergehendes Phänomän. Es sind nur Trichos im Alter von 4 Jahren-seltsam, in unterschiedlichster Erde.Ist es der feuchte Sommer?
Viele Grüße
Rainer
muddyliz
14.08.2011, 21:50
Das Schadbild fängt mit hellgrüner gelblicher Epidermis an ...Und sobald die Epidermis heller wird nehme ich die betroffenen Kandidaten raus, schneide die betroffene Spitze schräg ab, besprühe die Schnittstelle und den Kaktus rundum mit Saprol und isoliere die Kandidaten. Durch den schrägen Schnitt tropft überschüssiges Saprol ab und die Schnittstelle trocknet schneller. Falls sich nach einigen Tagen an der Schnittstelle dunklere Stellen bilden muss nachgeschnitten werden (falls noch Substanz da ist). Mit dieser Methode habe ich bisher einige Kandidaten retten können, zumindest sieht es bisher gut aus. Sind schon braune Stellen vorhanden, dann ist es meist trotz Schneiden, Saprol und Isolation schon zu spät, das Pilzmycel ist dann schon zu weit im Kakteengewebe verbreitet. Vom Bepudern der Schnittstelle mit Holzkohlepulver rate ich ab, weil man dann nicht sehen kann, ob sich an der Schnittstelle eventuell noch braune Stellen bilden.
Vorgestern habe ich alle Kakteen in den Freiluftregalen mit Dithane NeoTec besprüht. War etwas mühsam, da dieses Mittel zum Absetzen neigt, und man den Sprühbehälter öfter schütteln muss.
Soweit ich beobachten kann, scheint der Pilz über die Areolen einzudringen. Ob vielleicht die Behaarung der Areolen die Feuchtigkeit länger hält und dadurch ein günstiges Mikroklima für den Pilz schafft? Andererseits ist mir auch aufgefallen, dass das Gelbwerden fast immer auf der Südseite beginnt, dort dürften die Areolen aber doch am Schnellsten abtrocknen?
muddyliz
04.09.2011, 20:28
Ein befreundeter Züchter teilte mir soeben mit, er habe einen Teil seiner Kakteen vor gut 2 Wochen mit Actara gegossen, und jetzt würden die selben Symptome bei seinen Kakteen auftreten, und zwar nur bei den mit Actara gegossenen und nur bei Trichocereen mit hellgrüner Epidermis. Ich hatte einen Teil meiner Kakteen im späten Frühjahr prophylaktisch auch mit Actara gegossen.
Ob da möglicherweise ein Zusammenhang besteht? Ob möglicherweise Actara die Epidermis der hellgrünen Trichos sensibel macht für starkes Sonnenlicht, und dadurch die Abwehrkräfte der Kakteen so reduziert werden, dass Pilze eindringen können?
Deshalb meine Frage an euch:
Bei wem sind diese Symptome auch aufgetreten und zwar
- mit vorheriger Anwendung von Actara bzw.
- ohne Anwendung von Actara.
muddyliz
06.09.2011, 08:54
Da bisher Niemand geantwortet hat hole ich das Thema nochmals hoch.
Möglicherweise ist der Mangel an Rückmeldungen darauf zurückzuführen, dass Züchter Umsatzeinbußen befürchten, wenn sie zugeben, dass einige ihrer Kakteen geschwächt und krankheitsanfällig sind.
Dieses Verhalten hilft aber Niemand weiter.
Es geht darum, festzustellen, ob ein Zusammenhang besteht zwischen der Anwendung von Actara und dem Faulen von Trichos mit heller Epidermis.
Ihr könnt mir auch eure Erfahrungen/ Beobachtungen per PN mitteilen, ich werde dann die Ergebnisse hier ohne Nennung von Namen zusammenfassen.
Also:
Bei wem traten die geschilderten Symptome
- nach Anwendung von Actara bzw.
- ohne Anwendung von Actara auf?
Hallo Ernst,
bin mir nicht ganz sicher, hatte im Frühjahr meine ganze Sammlung prophylaktisch damit gegossen. Ich habe das Problem jetzt an einigen, ab dem Frühjahr pikierten, Tricho-Sämlingen entdeckt und an L. driverijana-Sämlingen (bei denen ist die Epidermis auch recht hell). Allerdings sind bis jetzt nie alle aus der selben Kreuzung betroffen, sondern immer nur vereinzelte Sämlinge.
Nachdem diese länger recht eng zusammen standen, könnte das Ganze evtl. auch durch Verletzungen der Dornen kommen.
Das Schadbild sieht aber genauso aus wie auf deinen Bildern und das hatte ich bisher noch nie.
Große Trichos habe ich nur wenige und da gibt es bis jetzt kein Problem.
Abendstille
07.09.2011, 09:18
Hallo Ernst,
kein ungebührliches Verhalten ist Schuld, sondern einfach die fehlende Zeit! Bei mir traten diese Symptome auf, nachdem mein Gewächshaus durch starke Regenfälle geflutet wurde. Da ich leider momentan da noch Naturboden habe, hat der sich natürlich voll Wasser gesaugt, was im Nachhinein zu hoher Luftfeuchte führte-also ideale Bedingungen für einen Pilz! Außerdem habe ich auch mit wohl zu lange abgestandenem Regenwasser gegossen, welches schon etwas unangenehm roch.
Ich habe dann sofort nach Sichtbarwerden mit Duaxo Universal Pilz-frei von Compo (Wirkstoff Difenoconazol) gespritzt. Außerdem halte ich die Trichos jetzt möglichst trocken, das heißt: nicht über Kopf gießen, nur in das Substrat und immer morgens und nicht bei kühlem Wetter, damit sie schnell wieder abtrocknen können. Bis jetzt hat sich der Pilz nicht weiter ausgebreitet, auch blieb es bei gering befallenen Pflanzen örtlich begrenzt. Stärker befallene Pflanzen habe ich vernichtet.
Eigenartig ist nur, daß der Pilz ausschließlich Trichos befällt. Altpflanzen und sehr junge wurden auch bei mir nicht betroffen, auch waren unterschiedliche Regionen und nicht nur Areolen als Eintrittsstelle betroffen. Ein Pilz geht nur auf vorgeschädigter Haut resp. Epidermis an. Eine intakte Epidermis ist also eine unüberwindliche Barriere für einen Pilz. Ist diese aber geschädigt, z.B. durch zu intensives Sonnenlicht, Einstichstellen durch saugende Insekten, Kakteendornen, kleine Verletzungen bei'm Umtopfen,aufgeweicht durch zu viel Nässe usw.) - schwupp - ist der Pilz drin. Wenn man solche Widrigkeiten also möglichst gering hält, vor Allem für trockene Luft sorgt, haben Pilze keine Chance.
Einige Kreuzungen waren bei mir häufiger betroffen, andere überhaupt nicht. Die Epidermisfarbe spielt wohl eher nur eine untergeordnete Rolle, bei mir waren auch dunkelgrüne Pflanzen befallen. Insgesamt war der Schaden aber zum Glück noch begrenzt, was hoffentlich so bleibt!
Viele Grüße
Volker
Hallo Zusammen,
kann mich den Ausführungen von Volker bezüglich des Schadbildes nur anschließen. Momentan schein alles zum Stillstand zukommen.
Viele Grüße
Rainer
muddyliz
07.09.2011, 22:52
Verletzungen hatten meine Kakteen nicht.
Es scheinen sich also momentan 4 mögliche Ursachen herauszukristallisieren:
- fauliges Wasser (hatte ich auch im späten Frühjahr, bedingt durch jede Menge Pollen, die sich überall ablagerten und dann bei Regen in die Regentonne gespült wurden).
- starke Sonneneinstrahlung (wobei die allein wohl nicht ausschlaggebend ist, denn die Kakteen im Freien, die nicht mit Actara gegossen wurden, waren nicht betroffen) in Verbindung mit Actara
- ein Pilz, der von Bäumen auf die Kakteen überspringt und
- hohe Luftfeuchtigkeit.
Ich vermute mal, dass mehrere der genannten Faktoren zusammen erst dieses Schadbild auslösen.
Ich habe ebenfalls befallene Tr. Hybriden mit den selben Syntomen. Es ist zum Ko..en !!!
Meine wurden aber nicht mit Actara gegossen.
Bin ratlos,es sind nur junge Pflanzen betroffen die jeweils in einer Schale stehen.
Gruß
Jörg
Hallo Ernst,
ich beobachtete schon eine Entstehung von Fäule an Epiphyllen bei Bewässerung mit leicht fauligem Wasser. Pflanzenkörper fielen ein und zersetzten sich. Schadbild stoppte aber irgend wann ohne Verlust der Pflanze. Ich halte die Verwendung von fauligem Wasser als sehr riskant!!
Diese Beobachtung habe ich schon mehrere Mal gemacht. Heute ziehe ich frisches aber kalthaltiges Wasser dem leicht fauligen Regenwasser vor.
Gruss, Stefan
Guten Abend,
von Anfang an verfolge ich dieses Thema mit Interesse, obwohl ich nicht betroffen bin und auch keine Ahnung von den "Mittelchen" habe, die hier angewendet werden oder auch nicht. Mich erstaunt vor allem, daß trotz der z.T. recht wortreichen Beiträge nur 3 Photos gezeigt wurden. Was ich konkret zum Thema beitragen kann, ist folgendes: Seit ich mich mit Kakteen beschäftige verwende ich wenn möglich Regenwasser, ganz gleich wie alt oder wie dreckig. Seit fast 20 Jahren stehen 2 Fässer neben dem GWH, die das Regenwasser auffangen, je 100 l. Darin wird alles gewaschen, was im Garten dreckig wird, darin werden gebrauchte Töpfe und Nistschalen von Tauben eingeweicht, und das Wasser wimmelt nur so von allerlei Kleingetier und dient selbstverständlich zum gießen, vor allem der Kakteen. Ein paar Meter entfernt stehen 2 mächtige Eichen, die große Mengen Pollen produzieren, und ein Teil davon landet zwangsläufig auch in diesem Wasser. Es gibt bei mir auch Verluste durch Fäulnis, die kommt aber in der Regel über die Wurzel, d.h. durch oder vom Substrat. Ich habe festgestellt, daß die Fäulnis dort auftritt, wo die Töpfe in Vertiefungen stehen, wo sich also Wasser sammeln kann und damit auch länger steht, als an anderen Stellen.
Ich vermute, daß stagnierende Feuchtigkeit oder Nässe im Substrat und in der Luft die Grundlage für diese Fäulnis ist. Ich hoffe, mein Beitrag nützt dem einen oder der anderen. MfG Volgan
Abendstille
21.09.2011, 10:42
Hallo,
wozu viele Bilder zeigen? Die Bilder von Ernst illustrieren das Schadbild sehr deutlich - genau so sieht es überall aus! Die Gedanken, die man sich hierzu macht und den Versuch einer Ursachenfindung kann man schlecht in Bildern darstellen. Daß Deine Kakteen, Volgan, diese Brühe nicht übelnehmen, mit der Du sie gießt, spricht für deren Gesundheit. Außerdem bist Du in Südfrankreich mit viel kakteenfreundlicherem Wetter gesegnet als wir hier. Zusätzlichen Dünger kannst Du Dir obendrein sparen, da der Tauben"guano" ja genug Nährstoffe enthält!:)
Nach meinem Dafürhalten ist das Hauptproblem der Infektion eine zu feuchte Umgebung über einen längeren Zeitraum - sei es der Boden, dann fault der Wurzelhals - oder die Luft, dann faulen die Körper von oben oder von der Seite. Keiner meiner draußen stehenden Kakteen (kein Regenschutz!) zeigt das Schadbild, obwohl ich genug Apfelbäume habe, da Wind und Sonne auch wieder schnell für Abtrocknung sorgen. Natürlich ist auch die Epidermis durch die Abhärtung robuster.
Hier noch zwei der vermißten Bilder zur Illustration, wie die Abtrocknung der am Schlimmsten betroffenen Trichos vorangeschritten ist.
Ich hoffe, auch bei Euch Leidensgenossen hat sich die Sache inzwischen beruhigt!
Viele Grüße
Volker
muddyliz
23.09.2011, 19:49
Ich habe mal einen Todeskandidaten aufgeschnitten. Man sieht sehr deutlich, dass die Infektion von außen kommt, das zentrale Leitbündel ist vollkommen gesund.
Ich hatte auch schon, allerdings weitaus seltener, Kandidaten, bei denen auch das zentrale Leitbundel faul war, vermutlich durch zu viel Gießen, oder weil die Infektion von außen schon weiter nach innen durchgedrungen war.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass dieses Jahr etliche Züchter Probleme mit besagtem Pilz haben oder hatten. Er befällt fast ausschließlich Trichos, besonders solche mit heller Epidermis. Als eine mögliche Ursache scheint sich das Gießen mit fauligem Wasser herauszukristallisieren.
Hallo, das Schadbild der Teerartigen schwarzen Infektionen an Trichos ist weltweit bekannt. Der englische Name dafür lautet BLACK ROT und wer sich dafür interessiert sollte das vielleicht mal googlen. Es gibt ein paar Trichos die dafür sehr empänglich sind, so zum Beispiel der Trichocereus Bridgesii und bestimmte andere. Ich hatte es einmal an meinem Trichocereus Purpureopilosus. In der Tat handelt es sich um einen Pilz der durch die schwarzen Flecken eher ästhetischen Schaden hinterlässt. Der Erkrankung ist trotzdem gutartig und heilt in 90% der Fällen wieder ab. Sollte es sich um eine Fäule handeln die fortschreitet handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit nicht um "Black Rot". Es gibt unzählige Pilzerkrankungen die Kakteen befallen können und diese Teerfäule ist eine der gutartigsten. Die Erkrankung trifft gehäuft auf wenn gerade Stecklinge genommen wurden, da der Pilz dann mehr Angriffsfläche hat. Grüße, Patrick
rudir1962
30.01.2012, 19:04
Hallo -
Ich kann Mir sehr gut vorstellen das fauliges Regenwasser der auslöser sein könnte -
Hatte am anfang meiner Epi Laufbahn die selben beschriebenen Symthome und alles fing ebenfalls an als Ich mit nicht so gut riechenden Regenwasser gegossen hatte - Habe Mir überhaupt nichts dabei gedacht -
Die Erreger und Keime die sich in diesem fauligen Wasser befinden werden so den Kakteen zugeführt -
Einige Kakteen sind eventuell schwächer in der abwehr und werden schnell befallen - Anderen macht es garnichts aus -
Ob es bei meinen Epis damals an dem fauligen Regenwasser gelegen hat weiss Ich nicht ! Nur eins weiss Ich -
Werde nie mehr mit übel riechendem Regenwasser gießen - Dann lieber ein par Kalkflecken -
Beste Grüße
Rudi :cwm71:
PS: Für den Fall das an meinen TH oder Epis wieder sowas auftritt habe Ich Saprol stehn -
PPS: Für Mich waren diese schwarzen flecke bis jetzt immer Sternrußtau -
http://www.kakteenforum.de/showthread.php?p=34233
kaktus-andy
30.01.2012, 23:42
also wirklich Rudi, was du deinen Kakteen so alles zumutest. Fauliges Regenwasser, pfui. Schäm dich!
prophylaktisch kann man mal mit Lapacho-Tee nebeln.
Er soll Pilz-und keimhemmend wirken. Und schmeckt zudem auch lecker.
Ein reines Naturprodukt, kann man in jeder Apotheken bestellen.
ich habs schon erfolgreich gegen Schimmelbildung auf Blumenerde bei Zimmerpflanzen angewendet.
http://www.regenbogenkreis.de/lapacho/tee-wirkung.html
gruß
andy
Hallo Andy,
ich finde Deinen Hinweis sehr interessant. Ich werde dieses Produkt einmal anwenden, wenn ich im Erdreich Pilzbefall vorfinde.
Sind hierfür eine grössere Dosierung oder einen besonders lange Brüh- oder Ansetzzeiten des Tees notwendig? Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht...?
Gruss, Stefan
Man kann auch Präparate aus Baldrian verwenden, diese wirken ebenfalls pilzhemmend. Wenn man beispielsweise Baldrianblütenextrakt nimmt fördert das auch noch die Blütenbildung.
Gruß Sascha
kaktus-andy
31.01.2012, 17:17
@Stephan, Lapacho-Tee gibt es lose oder als fertige Teebeutel.
Der einfachhalber bevorzuge ich die Teebeutel. Ein Beutel auf eine große Tasse (300-350ml) ca 4-6min ziehen lassen, trinkferig. (schmeckt ähnlich wie Kräutertee)
Erkaltet verabreiche ich es so meinen Sämlingen. (besprühen)
Bei befallener Blumenerde lasse ich den Teebeutel dann schon 10-15min ziehen, so das der Tee schon einen herbe Note bekommt. Damit besprühst täglich die Erdoberfläche. Stark befallene Stellen hab ich vorher abgetragen. Die ganze Prozedur dauerten dann aber 2-4 Wochen. Den Sud hab ich dann auch zum Gießen hergenommen.
Ich hab auch schon mit Chinosol experimentiert, hat etwa die gleiche Wirkung.
Nachteil, die Pflanzen mögen es anscheinend nicht so. Wärend der Kur haben die bei mir das Wachstum eingestellt. Zum anderen riecht es etwas unangehem und mußt beim sprühen aufpassen wegen der Gelbverfärbung.
@Sacha, da darfst aber keine Katzen im Haus haben ;-)
ansonsten ne gute Idee. Habe ich glaube schon irgendwo hier gelesen.
Hallo Kaktus-Andy, ich hab mir auch überlegt in Zukunft gegen ernstzunehmende Pilzerkrankungen ein bißchen mit Chinosol zu experimentieren. Hab aber darüber nicht nur gutes gehört bzw. hab halt gehört es würde eigentlich so gut wie nichts bringen. Also Du meinst es hat auf jeden Fall eine Wirkung?
Überlege halt womit ich meine Aussaatbehälter am besten vorbeugend gießen könnte bzw. was ich nehmen könnte um das Saatgut vielleicht auch zu beizen. Hab schon gelesen dass ein paar Leute hier Orthocid benutzen. Hat da vielleicht jemand Erfahrungen damit? Also ich versuche nur Chemikalien zu benutzen die nicht krebserregend sind, weil man ja trotzdem damit irgendwie in Kontakt kommt. Weiß da vielleicht jemand wie das bei Orthocid aussieht? Liebe Grüße, Patrick
Kaktus Michi
01.02.2012, 15:26
Orthocid gibt es schon seit Ewigkeiten nicht mehr- es hieß mal danach Malvin.
Ist übrigens genauso krebserregend..also keine gute Alternative wenn man
da Sorgen hat. Ich hatte bisher den Tip mit Saprol bekommen- und das ist
ja "nur" für die Augen gefährlich und riecht etwas streng (wie Nagellack-
Entferner). Probleme wie sie Ihr anschneidet hatte ich an Trichos noch nie.
Außer an einem huascha, den ich eigentlich eh schon auf den kompost
werfen wollte...zumindest stand er nach dieser häßlichen Auswucherung
nahe drann. Keine Ahnung warum ich ihn wieder ins Haus geholt habe. Steht
er schon bald 15 Jahre bei mir, nimmt ewig Platz weg und hat noch nie ge-
blüht. Allerdings steht er im unbeheizten Haus....bislang ohne Schaden, naja
eine Restchance besteht ja noch.
Lediglich an Tephros oder Cylindropuntien kommen ab un dann solche schwarze
Flecken, und die machen das nur, wenn sie zu wenig Nährstoffe
bekommen/hungern. Nach frischem Substrat, guter Wasserversorgung und
guter Lüftung verschwinden die in der Regel dann von selber.
Allerdings bin ich stark am zweifeln, ob es sich hier wirklich um eine pilz-
liche Infektion handelt. Jedenfalls konnte man an meinen damals in Freising
im Labor diesbezüglich nichts isolieren und gab die Vermutung auf Bak-
teriose oder Viruserkrankung...das war mir aber dann zu teuer das zu
testen.
Hallo Michael, danke für Deine Infos bezüglich Orthocid. Da bestimmte Trichos davon besonders betroffen sind, ist eine genetische oder virologische Komponente die zugrunde liegt durchaus vorstellbar. Soweit ich weiß ist ein Erreger für Black Rot bekannt aber bin jetzt nicht sicher. Da die Krankheit meistens gutartig verläuft, behandele ich es auch grundsätzlich nicht weiter. Trat bisher bei mir auch nur extrem selten auf und sprang auch nicht auf andere Pflanzen im Gewächshaus über. Ist halt eher ein ästhetisches Problem. Liebe Grüße, Patrick
Vielen Dank Andy für Deine Erläuterungen...werd ich sicher bei Gelegenheit ausprobieren bez. seiner Wirksamkeit.
Gruss, Stefan
muddyliz
01.02.2012, 21:05
Wir reden hier offensichtlich über zwei verschiedene Krankheiten.
Die von Patrick beschriebene Black Rot mit dem teerartigen Ausfluss kenne ich auch, trat bisher bei mir nur ganz vereinzelt bei Kakteen in der Winterruhe auf, die es gern etwas wärmer mögen, aber wie die übrigen Kakteen kalt überwintert wurden. Diese Krankheit bleibt meist irgendwann stehen und ist meist nicht tödlich. Die Symptome treten nahe der Substratoberfläche auf.
Was meinen Fall betrifft siehe die gezeigten Bilder. Diese Krankheit beginnt meist von oben.
Kakteen und mehr
27.04.2012, 23:32
Hallo Ernst,
hattest du seitdem noch einmal so einen Krankheitsfall, wenn ja was hast du dagegen unternommen bzw. konntest du den Kaktus retten. Habe nämlich auch 2 Kakteen, weiß allerdings nicht ob es sich um das selbe Krankheitsbild handelt. Habe dazu mal die Bilder mit eingestellt. Konnte an der Areole einen leicht grünlichen Belag feststellen, anfangs war es braun und schien als würde es matschig werden, aber noch einer Woche sieht es nun so aus wie auf dem Foto, es trocknet einfach ein. Und so wie es scheint breitet sich der Pilz weiter auf der Pflanze aus. Werde die Kakteen mal im Auge behalten, stehen bei mir extra, rein interesse halber.
Hallo Jürgen, das sieht gefährlich aus. Also ich würde da vom ersten Eindruck mal auf Pilz schließen. Eventuell hatte der Kaktus an der Areole eine kleine Wunde durch die sich das ausbreiten konnte. Sieht auch nicht wirklich so aus als ob das jetzt plötzlich aufhören würde sich auszubreiten. Ich benutze gegen Pilzerkrankungen Schwefel und Saprol. Das hier sieht aber so aus als ob ein Großteil der Infektion im inneren Bereich liegt, weshalb es wohl schwer sein wird da mit einem Pestizid hinzukommen. Eventuell könntest Du das reinspritzen aber ich hatte damit bisher nur mäßigen Erfolg. So rein vom Bauchgefühl ist das wohl die Art von Kaktus bei der ich die befallene Stelle abnehmen und die Wunde behandeln würde wenn es sich um eine wichtige Pflanze handelt.
Kakteen und mehr
05.05.2012, 20:36
Knapp 2 Wochen später. Mittlerweile sehen sie so aus.
Sehr schade, Jürgen. Da ist nichts mehr zu retten. Und ist aber auch wirklich sehr schnell gegangen jetzt wenn man sich mal ansieht wie wenig Zeit zwischen den beiden Bildern lag. War wirklich eine sehr aggressive Fäule. Würde da auch auf jeden Fall den Topf wegschmeißen und die Erde bzw. Pflanze auch nicht auf den Kompost machen.
Hallo Zusammen,
das ist wohl ein ernstes Problem. Auch ich hatte letztes jahr ca 10
Pflanzen so verloren. Aber dann war im Herbst Ruhe. Hoffe, dass es an der Witterung u.a. lag. Auffälliger Weise betraf es aber nur Trichokreuzungen von bestimmten Kombinationen.
Wir sollten hier mal eine Liste der betroffenen Kreuzungen erstellen, ggfls kommt man so näher an das Problem, oder was meinen die Profis ?
Actara wars wohl nicht.
LG
Rainer
Es gibt schon bestimmte Züchtungen die für Pilzerkrankungen besonders empfänglich sind. Das ist ja im Prinzip bei allen anderen Pflanzen genauso. Generell gibt es jedoch bestimmte Fäulen die grundsätzlich jeden Kaktus befallen können also müsste man da eventuell sehr detailiert über das Schadbild differenzieren.
vBulletin® v3.7.2, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.